StandingTrikonasana Torsten Beck

Was ist Yoga?

Was ist Yoga und welche Bedeutung haben die Asanas im Yoga?

Ich ziehe zum besseren Verständnis einen Vergleich heran. Meine Titelfrage lautet dann: Wie installiere ich die richtige Software auf meinem Computer? Mit Software sind hier unsere Gewohnheiten gemeint, die guten wie die schlechten.

Unser Unterbewusstsein beinhaltet unsere Beurteilungen. Unbewusst speichern wir jede Erfahrung jedoch ohne Urteil – wie auf einer Festplatte. Unser bewusster Verstand ist ein Produkt des Unterbewusstseins, aber unser Bewusstsein versteht das Unterbewusstsein nicht.

Unser bewusster Verstand ist eine Illusion, eine Fiktion, vergleichbar mit dem Ego, diesem Begriff Freuds.[1] Im geistigen Reich nach unserem irdischen Tod sind wir uns wieder aller Inhalte bewusst und haben einen vollkommenen Verstand. Die traditionellen spirituellen Disziplinen haben das Ziel, diese Bewusstheit hier in unseren Inkarnationen herzustellen.

[1]   Damit es nicht zu Verwechslungen kommt: Wir sprechen jetzt nicht von den gleichen Kategorien wie Freud mit den Begriffen Ich, Es und Über-Ich.

Was ist Meditation?

Wenn du dein Leben in Angst lebst, dann formt dein Gehirn bestimmte neuronale Muster. Diese neuronalen Muster stellen deine Software dar. Die Asanas beim Yoga werden diese neuronalen Muster aufheben und deine natürliche Software wieder zum Ausdruck bringen – wie ein Computer, der von all seinen Viren befreit wird und dann wieder optimal funktioniert.

Meditation entspricht der Reinigung des Computersystems!

Wenn Du dich hinsetzt wie ein meditierender Buddha und dabei zu viel denkst, weil du meinst, deinen Geist kontrollieren zu müssen und deinen Atem, dann wird durch diese Kontrolle nichts funktionieren können.

Wenn du in die Asanas gehst, veränderst du dein Hormonsystem, dein Atemsystem, deine Sauerstoffversorgung. Ganz langsam fließt du von einer passiven Asana in eine aktive Asana und dann wieder zurück in das Shavasana. In dieser Zeit schüttet dein Körper Hormone aus, darunter Endorphine. Das sind körpereigene Opiate, die u.a. Schmerzen lindern. Serotonin wirkt als Glückshormon. Das Zusammenspiel dieser Hormone bringt dich in ein glückliches Shavasana. Auf diese Weise hilfst du dir selbst, deine Probleme zu lösen. Hormonmuster der Angst und des Ärgers werden gelöscht. Diese belastenden Bewusstseinszustände sind hormonell bedingt, und sie können aufgelöst werden. Du musst es nur erlauben!

In der tantrischen Vorstellung wird beschrieben, dass Meditation die durch Viren verseuchte Software auflöst und deine wahre Software zum Vorschein kommt. So kann dein eigentliches Potential hervortreten. Das ist im tantrischen Yoga Meditation mit dem Ziel, es im Alltag kontinuierlich zu erfahren und aufrecht zu erhalten. Durch weitere Werkzeuge wie Mantras und Puja wird diese Praxis erweitert und in unser gesamtes Leben integriert. Dies entspricht einer geistigen Hygiene.

Passiert dann etwas Unglückliches im Leben, sagst du: „O.k.! Wie mache ich jetzt weiter?“ Du hast dem Ereignis gegenüber keinen Ärger. Du verurteilst niemanden. Du denkst nur: „Ich habe mich in diese unglückliche Situation gebracht.“ Du beurteilst nicht, du beschuldigst nicht. Deine persönliche Software erlaubt dir enorme Freiheit, die du zum Ausdruck bringen und leben kannst. Was könnte Meditation darüber hinaus leisten?

Die Isolation von uns selbst oder das Leben wie in einem Sarg, wie es von vielen Meditationsschulen unterrichtet wird, ist unnötig. Meditation findet durch den ganzen Tag hindurch statt. Wir sind entspannt. Träume, auch Tagträume sind eine schöne willkommene Sache. Unser Unterbewusstsein spricht zu uns. Du lebst ein wundervolles Leben und hast hier und jetzt in jedem Augenblick eine Erfahrung. Träume sind eine Zusammenfassung deiner Eindrücke.

Wenn du ein Auto fährst, denkst du nicht über das eigentliche Autofahren nach. Du nimmst äußere Einflüsse wahr, überlegst dir rational angemessene Reaktionen, führst sie aus und kannst darüber hinaus reflexhaft schnell reagieren. Du schaust nicht nach den Wiesen oder den Bäumen am Wegesrand oder zählst nicht, wie viele Bäume neben der Straße stehen. Solltest du das tun, verwickelst du dich in einen Unfall. Nein, du fährst automatisch durch die persönlichen Erfahrungen deiner Fahrpraxis. Jeder Autofahrer fährt unterbewusst automatisch. Allgemein ausgedrückt befreist du deinen Geist von unnötiger Arbeit durch erlernte Gewohnheiten.

Wie kultivieren wir das Unterbewusste und befreien uns von selbstmanipulativem Verhalten, bewussten Berechnungen und Kontrolle? Sie führen uns in Angst und Furcht. Das sind Ideen und mentale Konstrukte. Sie sind nicht wahr, sie gehören nicht zu deiner Natur.

Was ich hier erzähle, stammt aus einer Tantrischen Perspektive. In der Tantrischen Philosophie gibt es z.B. keine sitzende Meditation, wie wir sie durch Buddhastatuen kennen. Aus der Sicht von Tantra ist diese Art und Weise eine sinnvolle und nützliche Entspannung. Im Tantrischen Yoga-System geht es darum, unsere Software von Viren zu befreien, um dann mit dieser virusfreien Software durch das Leben zu gehen.

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